Ja, Sie lesen richtig! Ich habe gestern meiner noch 7-jährigen Tochter das erste Mobiltelefon (
Motorola V235 easy liberty Bundle) gekauft, das sie übernächste Woche zum 8. Geburtstag als Überraschungs-Geschenk erhält.
Nach längeren vorherigen Recherchen auf den Webseiten von Swisscom Mobile, Orange und Sunrise habe ich dann beinahe einen halben Tag mit der Auswahl des 'richtigen' Mobiltelefons im Swisscom-Shop verbracht. Für
Swisscom Mobile habe ich mich letztlich deshalb entschieden, weil ich dort selber zufriedener Kunde bin und Swisscom Mobile die
dynamische Alterskontrolle (Jugendschutz) eingeführt hat: Der Zugang zu Erwachsenen-Unterhaltung und Erotik sind für alle Swisscom Mobile Kunden unter 18 standardmässig gesperrt. Mit dem Angebot
NATEL® easy xtra-liberty und dem Zusatz
Xtra-Sponsor habe wir als Eltern zudem eine ideale Lösung gefunden, um die Handykosten unserer Tochter zu kontrollieren. Unsere Tochter erhält nun fürs Erste monatlich CHF 10.- als Guthaben von den Eltern gesponsort. Beim NATEL® easy xtra-liberty entstehen zudem keine monatlichen Fixkosten, ausserdem sind 25 SMS pro Monat gratis. Dafür sind die Handys viel teurer, weil die meisten Angebote einen Aboabschluss mit monatlichen Fixkosten voraussetzen.
Im Swisscom-Shop musste ich leider feststellen, dass das Handy-Sortiment noch nicht auf Kinder abgestimmt ist. Gerne hätte ich unserer Tochter ein Mobiltelefon geschenkt, welches farbig bzw. kindsgerecht im Design daher kommt; es dominierten jedoch überall die Farben grau, schwarz und rot. Letztlich habe ich mich für das Mobiltelefon
Motorola V235 easy liberty Bundle zum Verkaufspreis von CHF 129.- (SIM-Karte für CHF 40.- und CHF 10.- Guthaben inkl.) entschieden. Wichtig beim Kauf des Handys war mir, dass der SAR-Wert (hier 0.50 W/kg) möglichst niedrig ist. Auch wollte ich keine CHF 400.- ausgeben; so viel oder mehr kosten nämlich fast alle Handys ohne Abonnement. Ausserdem sollte es ein möglichst aktuelles Mobiltelefon sein, welches über alle heute üblichen Funktionen (SMS, MMS, Kamera, Recorder, Internet etc.) verfügt. Damit trotzdem noch etwas Farbe aufs Handy kommt, habe ich zusätzlich eine farbenfrohe Schutzhülle erworben.
Meine Beweggründe!
- Förderung der Medienkompetenz (Handy-Kompetenz)!
- Förderung der Schreib- und Lesekompetenz!
- Förderung der Bildkompetenz!
- Das Bedürfnis etwas Neues zu lernen kam JETZT von meiner Tochter!
- Das Bedürfnis via SMS / MMS zu Kommunizieren kam JETZT von meiner Tochter!
- Damit das Handy zum nutzbringenden eigenen Lerntool wird, muss es ein persönliches Handy sein!
- Als Medienpädagoge und verantwortungsbewusster Vater kann ich meine Kinder im kompetenten Umgang mit dem Handy beraten und begleiten!
Diskussionen - Pro und Kontra
Bereits das Vorhaben, unserer bald 8-jährigen Tochter ein eigenes Handy zu kaufen, hat zu zahlreichen kontroversen Diskussionen mit meiner Frau, Verwandten, Freunden und Bekannten geführt. Noch während dem Schreiben dieses Beitrags habe ich anscheinend einen ersten (noch nicht gelesenen) kritischen Kommentar erhalten. Als Medienpädagoge, der sich fast täglich mit Fragen zu Mobile und Schule auseinandersetzt, möchte ich, dass auch meine eigenen Kinder von diesem Wissen und meiner Überzeugung profitieren können. Ich bin nämlich überzeugt, dass das Mobiltelefon künftig eine noch viel grössere Bedeutung in Alltag, Schule und Freizeit unserer Kinder einnehmen wird. Das Handy ist nicht nur ein tolles Kommunikationsinstrument, sondern auch ein nutzbringendes Informations- und Dokumentationswerkzeug und natürlich für die Kids auch ein tolles Freizeittool. Die entsprechende Medienkompetenz - nicht nur das technische Handling - vorausgesetzt, ist das Mobiltelefon m.E. ein sinnvolles Werkzeug, welche das eigene Lernen nutzbringend unterstützen kann!
Wann ist der richtige Zeitpunkt dem eigenen Kind ein persönliches Handy zu erlauben?! Meine Schwester hat entschieden, dass erst in der Oberstufe (ab 12 Jahren) für ihre Kinder ein eigenes Mobiltelefon unumgänglich sei, weil Kind sonst zum Sonderling wird. Ich denke, dass dann der richtige Zeitpunkt da ist, wenn beim Kind das Interesse für das Handy und seine zahlreichen Funktionen (Fotografieren, SMS, MMS etc.) erwachen: "Ich will jetzt etwas Neues lernen!"
Wie hat alles angefangen?
Seit gut 6 Wochen besitzen unsere vier Kinder zwei Meerschweinchen und zwei Kätzchen. Nun wollten alle natürlich sofort auch ihre Lieblinge fotographieren; natürlich alle Vier immer gleichzeitig. Weil wir mehrere Handys im Haushalt besitzen, aber nicht mehrere Fotokameras, habe ich meinen Kindern einfach die Kamerafunktion im Handy gezeigt. Unsere älteste Tochter hatte nun zudem das Bedürfnis, zum Foto Ihres Meerschweinchens Zoe einen eigenen Text zu schreiben und diesen per sofort auch ihrem Götti und Gotti, der Grossmutter und Grossvater, Oma und Opa zu zeigen. Somit war für unsere Tochter das Schreiben eines MMS 'geboren'. Parallel dazu habe ich unseren zwei Töchtern ein
virtuelles Tagebuch - einen sogenannten Moblog - eingerichtet, auf dem Sie die Fotos Ihrer Lieblinge auch per Handy publizieren können. Weil nun aber die Grossmutter und der Grossvater keine MMS mit dem Handy empfangen können, hat unsere Tochter auch das SMS-Schreiben entdeckt. Die Freude ist natürlich jeweils gross, wenn sie dann auch eine Nachricht aufs Handy erhält und diese dann der ganzen Familie vorlesen kann. Als Zweitklässlerin ist unsere Tochter natürlich stolz darauf, die eigenen Texte auf Hochdeutsch zu schreiben. "Wo ist der Buchstabe Z?" "Wie mache ich einen Abstand zwischen den Wörtern?" "Welche Nummer hat das Handy meines Götti?" "Warum ist das Foto so dunkel?", diese Fragen und noch viele weitere waren nun regelmässig zu hören.
Die häufigste Frage in den letzten Wochen lautete aber: "Papi, darf ich dein Handy?" Mit einem eigenen Mobiltelefon ("Handy for Kids") soll unsere Tochter in eigener Verantwortung den nutzbringenden Umgang mit dem Handy lernen! Dazu gehört neben dem korrekten Schreiben von Textnachrichten natürlich auch ein bewusster Umgang mit den Mobiltelefon bezüglich Kosten. Ein solcher Lernprozess ist aber nur dann möglich, wenn das Handy dem Kind gehört und es frei darüber verfügen kann - hierbei möchte ich unsere Tochter begleiten und unterstützen!