Handyflyer: "Säg nei zu Gwalt uf em Handy, Compi und bim Game!"

Die Staatsanwaltschaft, die Polizei und das Amt für Volksschule des Kantons St.Gallen haben gemeinsam einen "Handyflyer" erarbeitet. Dieser richtet sich an Jugendliche und Fachpersonen aus dem Schulbereich. Im Flyer finden sich Informationen zum Umgang mit dem Handy. Weil die Initianten davon ausgehen, dass sich Jugendliche der strafbaren Aspekte kaum bewusst sind, wurde hier ein Schwerpunkt gesetzt. Lehrpersonen kann der Flyer zur Thematisierung im Unterricht dienen oder dann gezielt eingesetzt werden, wenn Probleme im Umgang mit dem Handy festgestellt werden.

Handyflyer 

Seit geraumer Zeit stellen Fachpersonen aus Erziehung, Justiz und Polizei fest, dass Jugendliche Handy, Computer und Spielkonsolen auch missbräuchlich verwenden. Dies, indem sie pornografisches Material oder Gewaltdarstellungen herunterladen und verbreiten, aber auch selber herstellen (Happy Slapping). Aus unserer Sicht sind den Jugendlichen die rechtlichen Konsequenzen zu wenig bekannt. Zudem gehen Fachkreise davon aus, dass bei Jugendlichen durch übermässigen Konsum von pornografischem Material eine erhöhte Suchtgefährdung besteht und die sexuelle Entwicklung negativ beeinflusst wird.

Quelle: Schulblatt des Kantons St. Gallen Nr. 12/2006.

Der Flyer kann bei der Sicherheitsberatung der Kantonspolizei St.Gallen in grösser Stückzahl bestellt werden und ist zudem als PDF auch auf der Homepage www.kapo.sg.ch zu finden.

Download Handyflyer als PDF

Handy-Verbot an St.Galler Schulen - eine Frage der Zeit?!

Gemäss einem Interview vom 14. Dezember 2006 im Radio DRS rechnet das St. Galler Erziehungsdepartement damit, dass früher oder später an den meisten Schulen im Kanton St. Gallen ein Handy-Verbot gelten werde. In Gossau gilt ein solches Handy-Verbot bereits seit dem Sommer 2006. In Tat und Wahrheit hat das Erziehungsdepartement im Sommer in einer Weisung die Schulgemeinden aufgefordert, die Handy-Nutzung im Unterricht zu regeln; jedoch nicht ein generelles Handy-Verbot empfohlen!

Natürlich teile ich diese restriktive Haltung überhaupt nicht!
Ein Handy-Verbot an den Schulen ist lediglich eine pädagogische Bankrott-Erklärung! Damit will ich nicht sagen, dass die SchülerInnen das Handy in der Schule einfach frei für Spielereien und Unfug missbrauchen sollen - auch hier braucht es Regeln wie beispielsweise für die Internet-Nutzung. Vielmehr gefragt ist aber die aktive Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen von mobilen Geräten. Es liegt dann an den Lehrsonen - wie die Weisung empfiehlt - zu entscheiden, wann ein digitales Hilfsmittel im Unterricht eingesetzt werden soll und wann nicht. Ich frage mich, weshalb so viele PädagogInnen das Potential dieser mobilen Geräte für das Lernen noch nicht erkannt haben. Denn richtig eingesetzt, ist das Mobiltelefon bereits heute ein vorzügliches Informations-, Kommunikations- und Dokumentationswerkzeug - bald schon auch geeignet für das Üben - für den Unterricht. Hinzu kommt, dass mittlerweile (bald) jede SchülerIn ein eigenes Handy besitzt und die meisten Kids den technischen Umgang mit diesem Medium nicht erst mühsam erlernen müssen.

Macht hier ein generelles Handy-Verbot Sinn?!Verpassen wir im Bildungsbereich nicht ein weiteres Mal den Anschluss an die Zukunft - die mit Sicherheit schon morgen mobil sein wird?! Eine weitere ICT-Milliarde für die Bildung wird es in den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht geben. Deshalb auch dieses Blog "MobileatSchool", welches Ideen und Anregungen für den Einsatz des Handys im Unterricht und in der Schule thematisiert und sammelt.

Ergebnisse der 2. Podcastumfrage

Das Wichtigste in Kürze:

Die zweite Podcastumfrage unter www.podcastumfrage.de fand vom 12.07. - 31.08.2006 mit 3.023 Teilnehmern statt. Die Umfrageteilnehmer wurden über 47 deutschsprachige Podcasts ermittelt:

Podcastnutzung wächst rasant
71% der Podcastnutzer haben Podcasting in den letzten 12 Monaten entdeckt, 44% allein in den letzten 6 Monaten. Dieses rasante Wachstum spiegelt sich auch in dem Zuwachs der Medienreichweite wieder, sprich der Anzahl der heruntergeladenen Podcast-Episoden pro Monat. Diese stieg im gleichen Zeitraum um 60%.

Podcasting ist kein Hype
56% der befragten Podcasthörern nutzen Podcasts bereits länger als ein halbes Jahr, 29% bereits seit über einem Jahr.

Podcasting etabliert sich in der Mediennutzung
Über 90% der befragten Hörer rufen mindestens wöchentlich ihre Podcast-Abonnements ab. Hörer, die Podcast seit mehr als 12 Monaten nutzen, hören mit 5,3 Stunden wöchentlich 26% länger, nutzen 67% mehr Podcasts, hören 50% mehr internationale Podcasts, nutzen Podcasts mobiler und verzichten mit 51% zu 8,5% mehr auf Radio als "Podcast-Novizen". Sie überprüfen zu 65% täglich ihre Abonnements.

Das Lesen überlebt den digitalen Tsunami
Die Radionutzung verliert bei Podcasthörern mit 47% am meisten im Mediennutzungsbudget, gefolgt vom Fernsehen mit 33% und normalem Musikgenuss mit 27%. Printprodukte wie Zeitschriften, Zeitungen bleiben mit knapp 90% fast konstant, Bücher gewinnen.

Der Medienkonsument wird Mediensouverän
Podcastnutzung ist Ausdruck wachsender Mediensouveränität der Medienkonsumenten. Sie ist primär motiviert durch den Wunsch nach zeit-, und dann nach ortsunabhängigem Konsum multimedialer Medieninhalte. Weitere Motive sind die Authentizität des Mediums und die verfügbare Themenvielfalt.

Podcasting als neuer Medienkanal der digitalen Generation
Auch wenn sich das Durchschnittsalter mit 29,4 Jahren kaum verändert hat, so hat sich ist die Altersverteilung verbreitert. Die größten Zuwächse im Vergleich zu der ersten Erhebung 2005 sind in den jungen Altersgruppen bis 19 Jahren und ab 50 Jahren zu verzeichnen.

Podcasts sind Edutainment
Neben den Topwerten Unterhaltung (86%) und Information (82%) dienen Podcasts 46% der Hörer zu Weiterbildung. Hier zeigt sich eine deutliche Steigerung (um 59%) zum Vorjahreswert.

Podcasts sind nicht nur was für die Ohren
62% der befragten Podcasthörer geben an, neben Audio-Podcasts auch abonnierte Video-Inhalte zu konsumieren.

Podcasting ist nicht zwingend ein mobiles Medium
Lediglich 26% nutzen Podcasts nur auf einem MP3-Player und damit mobil. Die Hälfte benutzt Rechner und MP3-Player, und knapp ein Viertel nutzt Podcasting sogar nur am Rechner.

Quelle: http://www.podcastumfrage.de/

Nun doch kein Krebs durch Handys?

Die NZZ am Sonntag vom 3. Dezember 2006 berichtet, dass die Nutzung von Handy nicht zu Krebs führe:

Die Nutzung von Mobiltelefonen führt nicht zu einem erhöhten Krebsrisiko. Das geht aus der Studie im "Journal of the National Cancer Institute" hervor, die am kommenden Mittwoch erscheint. Handys emittieren sogenannte nichtionisierende Strahlung, die zu einer Erwärmung des Gewebes führt, die aber nach gegenwärtiger Auffassung keine Schädigung des Erbgutes verursacht. In der Studie wurden über 420'000 Personen erfasst, die zwischen 1982 und 1995 einen Handyvertrag abgeschlossen hatten. Sie wurden bis ins Jahr 2002 im Hinblick auf eine sich möglicherweise entwickelnde Krebserkrankung verfolgt. Die Wissenschaftler des dänischen Instituts für Krebs-Epidemiologie konnte aber keinen Zusammenhang feststellen.

Sicherlich wird es nicht lange dauern bis wieder eine Studie erscheint, die Gegenteiliges behauptet. Was uns natürlich auch fehlt, sind die Erfahrungen betreffend den Auswirkungen über die Handy-Strahlung über einen noch längeren Zeitraum hinweg.